Unsere solawi

Unsere solawi Großhöchberg gibt es seit 2014. Seitdem wandelt sie sich immer wieder – sie wächst, es entstehen neue Verteilräume, Menschen kommen und gehen. Hier ein kleiner Überblick darüber, wie es im Allgemeinen läuft.

Wie verteilt Ihr das Gemüse?

Was verteilt wird überlegen wir uns meistens montags. Dabei stellen sich uns folgende Fragen: Wovon haben wir ganz viel? Was muss weg? Was habt ihr schon lange nicht mehr gegessen? Es wird ausschließlich das eigene Gemüse verteilt. Ziel ist es, möglichst nichts auf dem Feld „verkommen“ zu lassen –daher wird auch nicht nur erste Gemüsewahl verteilt.

Unsere Planung bekommt ihr montags bis spätestens 12 Uhr per Mail mit einem Excel- Anhang. Über diese Excel-Tabelle könnt ihr bis Dienstag 16 Uhr auch sehen, was es in der Gärtnerei sonst noch so gibt, individuelle Wünsche äußern, Mengen anpassen…

Mittwochs brummt es dann bei uns in der Gärtnerei: wir ernten, waschen, putzen und verteilen das Gemüse. Freitags wird das Gemüse dann in Eure Verteilräume gefahren. So verbringen wir das ganze Jahr mit Euch- nur nach Weihnachten und in der ersten Januarwoche gibt es eine kleine Verteilpause. Im Frühjahr kann es sein, dass nur alle 2 Wochen verteilt wird, dafür dann aber die doppelte Menge. Wir verteilen außerdem so, dass ihr mit den Tomaten- oder Zucchinischwemmen im Sommer,  Basilikumpesto, Höchberger Suppenwürze oder getrocknetem Tee auch im Winter über die Runden kommt.

Wo sind die Verteilräume, wie läuft die Verteilung ?

Verteilräume gibt es in:
– Großhöchberg
– Wackershofen
– Oppenweiler
– Engelberg
– Murrhardt
– Schorndorf
– Waiblingen
– Winnenden
– Ludwigsburg
– Benningen

In aller Regel kommt das Gemüse freitags um 15 Uhr in den Verteilräumen an. Dort liegt dann eine gedruckte „Produktübersicht“ aus – darin stehen Eure Anteile in Stückzahl und Kilo. Die Anteile wiegt ihr dann vor Ort aus, dabei behält man auch die Bedürfnisse der anderen im Blick, zum Beispiel wenn es mal knapp wird. 

Wie sieht´s mit den Finanzen aus?

Unsere Gärtnerei kann aktuell etwa 300 Menschen mit Gemüse und Kartoffeln versorgen. Das bedeutet wir haben 300 Ernteanteile zu vergeben. Solange wir allerdings keine 300 „solawi-Esser“ haben, vermarkten wir Teile unserer Ernte an kleine Läden in der Umgebung und über unsere Wochenmärkte. Das heißt finanziell gesehen sind wir noch keine reine solawi, auch wenn wir es im Herzen schon viele Jahre sind!

Lange haben wir überlegt, wie wir mit dieser Situation umgehen. Im Prinzip berechnen wir, welchen Anteil von unserem Jahreshaushalt (Flächen, Kosten…) die solawi in Anspruch nimmt.

Damit kommen wir auf aktuell 90,00 € pro Person im Monat. Allerdings muss nicht unbedingt jede Person diesen Betrag bezahlen. Bei der Jahresversammlung findet eine Bieterrunde statt – jede/r kann bieten so viel er/ sie kann und möchte. Quereinstiege sind auch unter dem Jahr möglich, wobei dann der Richtwert von 90,00 € je Ernteanteil gilt.

Wir ziehen den Mitgliedsbeitrag von jedem Mitglied einheitlich zur  Monatsmitte ein, um den Verwaltungsaufwand möglichst klein zu halten.

Was tue Ich als Solawista?

Ich freue mich über das Gemüse! Außerdem nehmen unsere Solawistas an den Jahresversammlungen teil und kommen je nach Lust und Laune auch zum Mitarbeiten, zu Festen, zum Präparate-Rühren, zum Einkochen…

Was tun, wenn es keinen Verteilraum in meiner Nähe gibt?
Unsere solawi ist nicht in Stein gemeißelt. Sie wächst mit uns und Verteilräume können gegründet werden! 🙂 Dafür braucht es einen geeigneten Raum, in dem sich Gemüse wohlfühlt. Und natürlich viele begeisterte Menschen!
 
Unser aktuell (Stand Januar 2021) jüngster Verteilraum ist in Ludwigsburg entstanden. Auf die Initiative eines solawi-Fans hin haben sich in wenigen Wochen 20 neue Mitglieder und ein passender Raum gefunden. Es ist also möglich!
 
Wichtig ist natürlich auch, wie weit der neue Verteilraum von unserem Buggel entfernt ist bzw. wie gut er sich in die aktuelle Lieferroute integrieren lässt. Das kann individuell geklärt werden.
 
Der Verteilraum in Großhöchberg
Was kann ich mir unter einem Ernteanteil vorstellen?

Als solawi-Mitglied erhältst du jede Woche einen Ernteanteil. Ein Ernteanteil soll so viel Gemüse enthalten, dass eine erwachsene Person davon eine Woche lang satt wird.
Allerdings gibt es natürlich keine “Standard-Erwachsene-Person”. So gibt es vielleicht Mitglieder, die viel Fleisch und Nudeln auf ihrem Speiseplan stehen haben oder andere, die mehrmals die Woche auswärts essen. Und dann sind da bestimmt auch Menschen, die sich im Prinzip ausschließlich von Gemüse ernähren und folglich auch viel mehr Gemüse verbrauchen.
Dazu kommen die saisonalen Unterschiede. In den Sommermonaten werdet ihr mit einer Fülle von verschiedenem Gemüse beregnet: Salate, Tomaten, Gurken, Paprika und so weiter. Wohingegen es auch Monate gibt, in denen die Lager schon, aber die Felder immer noch nahezu leer sind. Da gibt es dann weniger Gemüse, dafür aber auch mal getrocknete Kräuter, Höchberger Würze, Weizen oder was uns sonst noch so einfällt 🙂
Hier seht ihr mal ein Beispiel für einen Ernteanteil einer Woche aus dem Monat Januar:
600 g ‘Filou’ – mehlige Kartoffel
400 g Möhren
400 g rote Bete
1 Knolle Sellerie
400 g Topinambur
300 g rote Zwiebeln
1000 g Blechkartoffeln
1 Kohlrabi Superschmelz
500 g Weizen, ganzes Korn
1 Zuckerhut



Unsere solawi hat viele Gesichter

Johannes Hildebrand-Reinelt

Verantwortlicher für den Verteilraum Schorndorf

Ich kümmere mich um den Verteilplatz in Schorndorf, bin selbständiger Handwerker, habe einen eigenen Garten und viel zu wenig Zeit, dort Gemüse anzupflanzen. Ich würde das sehr gerne tun… allein die Zeit reicht nicht und so habe ich mich eben der solawi angeschlossen.

Anja van Felten

Verantwortliche für den Verteilraum Waiblingen

Eine Nachbarin hatte mich damals auf die solawi aufmerksam gemacht. Das Prinzip der solawi und die Transparenz haben mich gleich überzeugt. Und erst der Geschmack! Ich hatte zuvor schon seit über 15 Jahren „Bio“ gekauft, aber wollte mehr und konkreter Einfluss nehmen können auf die Art und Weise, wie Lebensmittel bei uns hergestellt und verkauft werden. Mir gefällt, dass das Gemüse „um die Ecke“ wächst und keine langen  Transportwege hinter sich hat. Es ist frisch und gesund, und das schmeckt man auch. Praktisch für mich ist, dass ich meinen Anteil mit einer Freundin teile. So können wir untereinander noch einmal individuell aufteilen und ich habe keinen Stress mit dem Abholen oder der Verarbeitung, wenn ich mal zwei Wochen im Urlaub bin. Toll finde ich, dass das Kilo Tomaten hier keinen Preis in Euro mehr hat, sondern einen Wert – für mich und meine Familie und für das Gärtner/innen-Team in Großhöchberg.

Irene Schmidt

Verantwortliche für den Verteilraum Murrhardt

Seit 25 Jahren reagiere ich allergisch auf verschiedene Lebensmittel, und deswegen bin ich jede Woche glücklich zu wissen, was für ein gutes Gemüse ich bekomme. Ich bin vollkommen einverstanden damit, das zu essen, was es gerade gibt (also keine Erdbeeren im Januar…). Und ich bin selbst eine leidenschaftliche Gärtnerin und staune, wie die solawi unsere ganzjährige Versorgung organisiert!!!

Andrea Zimmermann

Verantwortliche für den Verteilraum Oppenweiler

Das wachsende Angebot an billigem Biogemüse aus Spanien und anderen Ländern der Welt in unseren Supermärkten hat uns schon längere Zeit nachdenklich gestimmt. Auf der Suche nach sinnvollen Alternativen sind wir im Internet auf das Konzept der solawi gestoßen. Für uns ein Modell mit Zukunft. Nach unserem Umzug nach Oppenweiler im Frühjahr 2019 konnten wir uns endlich der solawi Großhöchberg anschließen, die wir bereits vorher besucht hatten. Wir haben jetzt zwar selbst einen großen Garten, in dem wir auch Gemüse in kleinem Umfang anbauen, mein Herz gehört jedoch den einheimischen und insektenfreundlichen Stauden und Gehölzen. Wir freuen uns über die große Vielfalt der Produkte, die uns die solawi bietet. Das Prinzip “den Lebensmitteln ihren Preis nehmen und ihren Wert zurückgeben” überzeugt uns. Frische, saisonale Lebensmittel aus der Region – das schmeckt man! Die solawi regt unsere Experimentierfreude an. Ob Rote Beete, Grünkohl oder Butterrüben – gekocht wird, was Saison hat. Nie zuvor haben wir das so gerne und bewusst gemacht. Unsere Anerkennung gilt den Gärtner/innen, die das alles vom Anbau über die Ernte bis zur Verteilung mit so viel Herzblut organisieren und möglich machen.

Manni

Technischer und gestalterischer Background der solawi Großhöchberg und der Gärtnerei

Geboren im schönen westfälischen Bünde (seit 2006 auch bekannt als Odonkor-City), aufgewachsen im Kreis Herford, 1995 „ausgewandert” in den wilden Südwesten, hier doch wider Erwarten sesshaft geworden an einem fabelhaften Wohnort mit einer wundervollen Lebensgefährtin und zwei bezaubernden Kindern. Und immer noch zufriedener Wahlschwabe.
Eigentlich ausgebildeter Produktdesigner, seit 1999 selbständig als Designer in allen Disziplinen, nebenher auch noch angestellt als Administrator und Eventmanager bei einer der erfolgreichsten Merchandising-Unternehmen (cmerch.de), seit 2018 nun mit Familie im schönen Großhöchberg gelandet. Hobby-Musiker und ganztägiger Quatschkopf…
solawi Großhöchberg = Bestes Gemüse mit richtig viel Geschmack. Gesunder Menschenverstand brachte uns zur solawi Großhöchberg und sehr gerne engagieren wir uns inzwischen seit zwei Jahren für und mit Florian und dem gesamten Gärtner-Team für eine gesunde Ernährung, nachhaltige Landwirtschaft und grundsätzliche Veränderung in unserer Wegwerf- und Geiz-ist-geil-Gesellschaft.  Der Anfang ist gemacht. Weiter geht’s. Stets auf der Suche nach neuen Hürden, die überwunden werden wollen.

Martin

Excel-Tabellen-Held der Individualverteilung

Nein, ich heiße weder „Axel“ noch „Excel“. Seit dem Eintritt in die solawi Gemüse- und Salatliebhaber. Wenn in Großhöchberg, dann meistens vor dem Rechner zu finden. Hauptaufgabe: Florians Erfindergeist zur  Erschaffung von Riesentabellen in Excel zu bändigen – „Warum ein neues Tabellenblatt? Rechts gibt es doch noch so viele ungenutzte Spalten!“
Sonst dabei, Eva das Leben durch ein paar geschickte Makros in der Mitgliederverwaltung der solawi zu erleichtern, oder gerade bei der Vorbereitung des nächsten Jahrestreffens. Dies kann abends schon mal länger dauern oder zu einem Samstagsausflug auf den Großen Höchberg führen oder zu einem Anruf von Florian zu nachtschlafender Zeit…
Naja, Rom ist auch nicht an einem Tage erbaut.

demeter Gärtnerei & solidarische Landwirtschaft

Großhöchberg

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